Juli: Wärme-Licht-Fülle

Welch eine Grün- und Blütenpracht im Juli – der Sommer ist da! Man weiss gar nicht, wohin man zuerst sehen soll, die Natur gibt ihr Bestes. Johanniskraut, Dost, Schafgarbe, Pfefferminze, Baldrian, Ziest, Schachtelhalm, Kamille, Mohn, Wegwarte, Taubnessel, Frauenmantel, Lavendel, Beifuß, Fuchskreuzkraut, Nachtkerze, Steinklee, Schöllkraut, Kapuzinerkresse, Ringelblume, Klette, Mädesüß, Hundrose … und all die anderen heilkräftigen Pflanzen.

Hier einige Kurzportraits:
Blüten_Juli_2013 004Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist wohl die bekannteste Mittsommer-Pflanze, die wie kaum eine andere mit der Sonne assoziiert wird. In den Tagen um die Sommersonnenwende – dem längsten Tag im Jahr – speichert es alle Sonnenkräfte in seinen kräftig-goldgelben Blüten. Alles an dieser Pflanze scheint sich zum Licht aufzurichten: der Stängel erscheint ausgeglichen harmonisch und die Blüten scheinen förmlich die Sonnenstrahlen wiederzugeben.

Johanniskraut wirkt ausgleichend auf Nerven und Psyche – es wird bei Nervenschmerzen und depressiver Verstimmung eingesetzt. Es wirkt entkrampfend und schmerzstillend, abschwellend, adstringierend, entzündungshemmend, wundheilend und antibakteriell. Durch seine  Eigenschaften ist es ein wertvoller Bestandteil in Entspannungs-Tees, Frauen-Tees (schmerzhafte Menstruation, Verstimmung), Magentees (Reizmagen, Gastritis) und ist bei allen Begleitsymptomen angesagt, die aus nervöser Anspannung hervorgehen.

Jedes Jahr lege ich mir einen kleinen Vorrat an Tee und Rotöl an. Das Öl wirkt wunderbar entspannend und entkrampfend auf Muskulatur und Wirbelsäule. Ausserdem ist es ein großartiger äusserer und innerer Wundheiler. Narben werden z.B. weicher und kleiner.

 

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Beifuß (Artemisia vulgaris) ist eine weitverbreitete, jedoch aufgrund ihrer Unauffälligkeit oft in ihrer Heilwirkung unterschätzte Pflanze. Eine ihrer wichtigsten Verwendungen leitet sich von ihrem Namen ab: der griech. Mondgöttin Artemis – Göttin der Jagd, des Waldes und Hüterin der Frauen und Kinder. Die alten kräuterkundigen Frauen wussten, sie bringt alles ins Fliessen, reinigt und öffnet –  und setzten sie erfolgreich zur Geburtsvorbereitung ein.

Beifuß wirkt säftetreibend, menstruationsfördernd, geburtserleichternd, krampflösend, verdauungsfördernd, galle- und harntreibend, kreislaufanregend, blutreinigend, antimikrobiell. Das ätherische Öl wirkt antibakteriell und antimykotisch, Blattextrakte wirken insektizid.

Viele kennen Beifuß heute nur noch als verdauungsförderndes Gewürz auf dem Gänsebraten oder anderen fetten Speisen. Weltweit wurde Beifuß durch seine öffnenden und reinigenden Eigenschaften in Form von Räucherungen zum Vertreiben der Krankheitsdämonen, insbesondere Melancholie und Verzweiflung, genutzt. War man gereinigt, konnte man wieder befreit sehen und wahrnehmen.

 

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Schafgarbe (Achillea millefolium) ist ebenso weitverbreitet und, neben der Kamille,  auch weitbekannt. Auch hier weist ihr lateinischer Name, der griech. Gott Achill, auf ihre stärkste Kraft: der Wundheilung bei Entzündungen aller Art.

Sie ist mit der Kamille nah verwandt (beide enthalten in den Blüten das ätherische Öl Azulen). Und auch sie wirkt über ihre hervorragenden Eigenschaften – blutreinigend, entzündungswidrig, krampflösend, galletreibend, antiödematös, antihepatotoxisch, antibakeriell und antimykotisch – hinaus auch reinigend auf die Böden, auf denen sie wächst. Sie vermag überdüngte und übersäuerte Böden mit der Zeit zu regenerieren.

Ähnlich ihrer Wirkung auf die Böden saniert Schafgarbe beim Menschen geschädigte (z.B. durch Antibiotika) Schleimhäute im Darm und Urogenitaltrakt und reinigt Blut und Darm von Bakterientoxinen.

Eine weitere Hauptanwendung findet sie im Stillen starker Blutungen, sei es in Form von Nasenbluten, blutenden Hämorrhoiden oder sehr starken und langen Menstruationsblutungen. Durch ihre bakterien- und pilztötende Wirkung ist sie auch bei Candida und bakteriellen Unterleibsentzündungen bei Frauen angesagt.